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Liebe Leserinnen und Leser,

für viele beginnt in den nächsten Tagen die Urlaubszeit. Sie brechen auf, um mit Ihrer Familie, mit Freunden oder auch alleine, eine Auszeit zu nehmen aus dem alltäglichen Trott mit seinen vielen Herausforderungen. Entschleunigung, zur Ruhe kommen, frei sein von Verpflichtungen - darauf freuen wir uns schon das ganze Jahr über. Aber halt, Entschleunigung, hatten wir das nicht schon heuer? Ging nicht vieles schon etwas langsamer oder durfte gar nicht sein? Frei sein von Verpflichtungen, das geht ja auch nicht. Es gelten ja die Hygiene- und Abstandsregeln.Was wird das heuer wohl für ein Urlaub?

Mir stellt sich da die Frage: Was erwarte ich denn überhaupt vom Urlaub? In einem Urlaubsratgeber lese ich, dass man bewusst ein Gegengewicht zum Alltag setzen soll. Wenn ich sonst viel alleine bin, tut mir menschliche Nähe im Urlaub gut. Wenn ich aber viel Action um mich herum habe, wäre etwas Einsamkeit und Ruhe angesagt. Sich Zeit nehmen und Zeit haben auch für sich. Um zu schauen, ob mein Leben noch im Gleichgewicht zwischen Arbeit und Ruhe ist. Ob meine Beziehungen, die ich habe, mir Kraft geben oder ob ich da etwas klären muss.

Wie sieht eigentlich meine Beziehung zu Gott aus? Bin ich mit Gott so verbunden, dass ich daraus Kraft ziehe für mein manchmal hektisches Leben? Oder ist da auch ein Lockdown oder gar Shutdown, keine Beziehung mehr da? Wie kommt das?

Gerade in den ersten Coronamonaten gingen uns als Pastoralteam solch ähnliche Fragen durch den Kopf. Haben die Menschen heute noch eine Beziehung zu Gott? Wie sieht die aus? Warum können wir von den 100 Prozent Christen nur gerade mal 10 bis 15 % erreichen? Wie kann es gelingen, dass Menschen ihren Glauben, die Blickrichtung zu Gott oder Kirche finden können? Welche Art von Spiritualität brauchen die Menschen von der Kirche? Welche Hilfen?

Der Priester Thomas Frings, der als Seelsorger in Köln arbeitet, geht noch einen Schritt weiter und fragt: "Was geschieht, wenn das System Kirche wieder hochgefahren wird? Welches Bild wird uns nach der Pandemie erwarten?"

Er schlägt vor, dass wir nach dem Ende der Pandemie den Mut haben, erst einmal noch "innezuhalten, statt in hektischen Aktionismus zu verfallen. Wir sollten den Mut haben erst einmal noch abzuwarten, wofür es noch eine Nachfrage von Menschen an der Kirche geben wird, anstatt gleich alles Bisherige zu reaktivieren".

Wie sieht bei Ihnen Ihr Bezug zu Gott, der Kirche und Ihren Nächsten aus? Vielleicht haben Sie mal eine Mußestunde im Urlaub und schreiben mir, was Sie sich vom System Kirche, von uns Hauptamtlichen wünschen. Dann können wir vielleicht mehr Menschen erreichen. Können passgenauere Aktionen mit Ihnen entwerfen. Meine E-Mail-Adresse lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich wünsche uns allen einen schönen Urlaub! Genießen Sie die Sommerzeit - in der Ferne und zu Hause!

Monika Hufnagel Gemeindereferentin

Ein guter Urlaub heißt: frei von der Uhr, frei von allem Druck und jeder Hetze, ohne Chef (ausgenommen den himmlischen), unbeschwert schöne Dinge des Lebens genießen. Ein guter Urlaub heißt: heiter und zufrieden sein und auch die Menschen nicht vergessen, die niemals Urlaub haben. Vielleicht liegt dein schönster Urlaub ganz dicht an deiner Tür, wo jemand auf ein bisschen Freude wartet und auf eine Handvoll Glück. (Phil Bosmans)

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